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Stiftskirche St. Cyriakus - Gernrode


Die von Markgraf Gero Anfang des 10. Jahrhunderts errichtete Stiftskirche gehört zu den beeindruckendsten Bauwerken an der „Straße der Romanik“. Ausdruck mittelalterlicher Gedankenwelt ist das Fehlen rechter Winkel innerhalb der Kirche.
Das bedeutendste Kunstwerk Gernrodes stellt das Heilige Grab dar, es ist die älteste erhaltene Nachbildung des Grabes Christi in Jerusalem.


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    Geschichte

    • Kaiser Otto I. setzte 937 Gero als Markgrafen an der Saale und mittleren Elbe ein. Zu seinen Aufgaben gehörte die Grenzsicherung des Reiches nach Osten, ferner die Missionierung der Elbslawen und die Integration des Gebietes in das Reich. In der nach ihm benannten Harzrodung errichtete Gero eine Burg. Sie wurde 961 als „urbs Geronisroth“ erstmals erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt bestand in ihr bereits ein Stift: Gero und sein Sohn Siegfried hatten ein Eigenkloster der Familie geplant, das nach Siegfrieds Tod 959 als edelfreies Damenstift auf dem Gelände der Burg gegründet wurde. Gero sorgte dafür, dass es sowohl päpstlichen Schutz als auch einen reichsunmittelbaren Status erhielt. So zählte das Gernröder Damenstift neben Quedlinburg, Essen und Gandersheim zu den vornehmsten Einrichtungen dieser Art im Reich.
      Von einer Pilgerfahrt nach Rom brachte Gero 961 eine Armreliquie des hl. Cyriakus mit, der in der Folge zum Schutzpatron bestimmt wurde. 965 wurde der Stifter in der Kirche beigesetzt, neben ihm 1014 auch seine Schwiegertochter Hathui, Siegfrieds Witwe, die als erste Äbtissin das Stift leitete. Nachdem die Dynastie des Stifters erloschen war, übernahmen die Askanier die Schutzherrschaft und bestimmten das Geschick Gernrodes bis ins 19. Jahrhundert.
      In ottonischer und salischer Zeit erlebte das Stift eine große Blüte, es verfügte über weitreichende Hoheitsrechte und einen Besitz, der 23 Dörfer umfasste. Mit der Reformation verlor das Stift zusehends an Selbständigkeit und Bedeutung. 1521 begann die Umwandlung in ein evangelisches Stift, 1533 wurde auch für die Gemeinde evangelischer Gottesdienst in der Stiftskirche gehalten. Von 1564 bis 1604 setzten die Fürsten von Anhalt durch, dass ausschließlich Prinzessinnen aus ihrem Haus als Äbtissinnen eingesetzt wurden, die letzte Äbtissin starb 1616. Danach wandelten die Fürsten das Stift in eine Domäne um, die jedoch noch bis 1806 die einstige Stiftsimmunität mit entsprechenden Hoheitsrechten behielt. 1831 erfolgte der Verkauf der Domäne. Die Kirche konnte durch das Eingreifen des anhaltischen Herzogshauses vor dem Verfall gerettet werden und wurde 1858–1872 auf beispielhafte Weise unter Leitung des preußischen Konservators Ferdinand von Quast restauriert.
      Heute ist sie Eigentum der evangelischen Kirchgemeinde und wird ökomenisch genutzt. Die erhaltenen ehemaligen Stiftsgebäude dienen seit 1997 als Jugendbegegnungsstätte und Tagungshaus der Evangelischen Landeskirche Anhalts.
  • loupe

    Architektur und Innenausstattung

    • Architektur
      Die Stiftskirche St. Cyriakus ist eines der bedeutendsten und im Gesamteindruck besterhaltenen Zeugnisse ottonischer Architektur. Es handelt sich um eine dreischiffige kreuzförmige Basilika mit einfachem Stützenwechsel, Seitenempore und östlicher Krypta, die als eine der ältesten Hallenkrypten Deutschlands gilt.
      Mit dem monumentalen Bau aus sorgfältigem Bruchund Quadersteinmauerwerk wurde wohl schon um 959 begonnen. Er schritt von Ost nach West fort. Die Kirche konnte in der langen Amtszeit der ersten Äbtissin Hathui vollendet werden. Bis heute ungeklärt ist, weshalb es zu der Achsenverschiebung im Langhaus kam, die zu einem verzogenen Grundriss ohne rechte Winkel führte.
      Unter Äbtissin Hedwig II. erfolgte im zweiten Viertel des 12. Jahrhunderts ein Umbau. Dabei wurde insbe- sondere der Westchor verändert. Gleichzeitig entstanden auch die Stiftsgebäude neu mit dem bis heute erhaltenen zweigeschossigen Kreuzgangflügel an der Südseite der Kirche. Den Ostchor charakterisieren breite Apsis und Krypta.
      Mit der umfassenden Restaurierung des Baus versuchte Ferdinand von Quast den ottonischen Bau unter Belassung des romanischen Westbaus wiederherzustellen. Der Außenbau und das Innere erhielten damals ihre heutige Erscheinung. 1907–1910 folgte der aus statischen Gründen durchgeführte Abbruch und Neuaufbau der Westtürme, seit 1960 finden schrittweise erneute Untersuchungen, Instandsetzungen und Restaurierungen statt.


      Ausstattung
      Außenbau und Innenraum zeichnen sich durch wirkungsvolle Schlichtheit aus. Vom ursprünglichen Bauschmuck zeugen die Kapitelle der Säulen im Langhaus – drei mit Akanthusblattwerk, das vierte mit figürlichen Darstellungen. Die Ausmalung und Ausstattung stammt von der Restaurierung des 19. Jahrhunderts, entstand nach Entwürfen Quasts und passt sich dem Raum hervorragend ein. Von den wenigen älteren Inventarstücken seien der romanische Taufstein aus der abgebrochenen Kirche Alsleben (Landkreis Bernburg) sowie das Stifterbild Geros, um 1500, und dessen 1519 neu geschaffenes Grabmal in der Vierung hervorgehoben.
      Das bedeutendste Kunstwerk Gernrodes stellt das Heilige Grab dar, das im südlichen Seitenschiff wohl anstelle eines älteren Bogengrabes in mehreren Etappen ab Ende des 11. Jahrhunderts entstanden ist. Es ist die älteste erhaltene Nachbildung des Grabes Christi in Jerusalem und weist wie jenes eine Vorkammer und eine Hauptkammer auf. Diese Architektur wurde einbezogen in ein Passionsspiel, das in Gernrode nach einer Handschrift von 1502 seit einigen Jahren wieder belebt wurde. Innen und außen ist das Heilige Grab mit Reliefschmuck aus Stuck von hervorragender Qualität versehen. Dargestellt sind die Stationen der Ostergeschichte – vom Lauf der Jünger zum Grab über die Begegnung der Magdalena mit Christus im Garten (Noli me tangere) bis zu den drei Marien am Grabe und dem Auferstandenen.
  • loupe

    Führungen

    • täglich 15.00h und nach Anmeldung
      Führungsspende € 2,00/ Person

      Gottesdienste täglich
      09.00h - 12.00h

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    Audioguide

    • Einführung
      Eine faszinierende Zeitenreise ins Mittelalter und zu den Anfängen Europas
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    • 0 Romanik in Sachsen-Anhalt
      Sachsen-Anhalt als Kernland der deutschen Geschichte
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    • 1 Willkommen in der Stiftskirche
      Wenn Sie die Schwelle zur Stiftskirche in Gernrode überschreiten, haben Sie mit diesem kleinen Schritt 1050 Jahre Geschichte zurückgelegt.
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    • 2 Der Taufstein
      Ursprünglich stand der Taufstein in einer Kirche in Alsleben/Saale und ist ein Geschenk des Herzogs Leopold Friedrich.
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    • 3 Die West-Krypta
      Es ist anzunehmen, dass der Umbau im 12. Jahrhundert aus lithurgischen Gründen erfolgte
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    • 4 Die Westapsis
      Die Wandmalerei in der Westapsis zeigt den thronenden Christus als Weltenrichter.
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    • 5 Die Orgel
      1873 enstand nach den Entwürfen von Ferdinand von Quast eine Orgel, die optisch ihresgleichen sucht.
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    • 6 Die Langhaus-Decke
      Wenn der Blick gen Himmel schweift, wird das Auge von einer farbenprächtigen Kirchendecke gefangen.
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    • 7 Grabmal Elisabeth von Weida
      Die Äbtissinen des Stifts wurden in der Kirche bestattet.
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    • 8 Grabmal des Markgrafen Gero
      Das Grabmal des Markgrafen Gero ist eine Sandsteintumba aus dem frühen 16. Jahrhundert.
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    • 9 Die Kanzel
      Die Kanzel an der nordöstlichen Ecke des Mittelschiffs der Stiftskirche wurde von Ferdinand von Quast 1864 entworfen.
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    • 10 Das Langhaus
      Am besten setzt man sich auf eine Bank im Mittelschiff und lässt die Ruhe und Ausgeglichenheit des Raumes auf sich wirken.
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    • 11 Querschiff und Vierung
      Wo sich Lang- und Querhaus kreuzen, befindet sich die Vierung.
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    • 12 Epitaph des Markgraf Gero
      Tafelbild des Markgrafen Gero in der südlichen Querhausempore.
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    • 13 Die verschobene Längsachse
      Wenn man im Westteil am Taufstein steht und nach vorne in den Ostteil blickt, kann man die Verschiebung der Längsachse gut wahrnehmen.
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    • 14 Die Ostkrypta
      Die Ostkrypta ist der älteste Bauteil der Kirche und gehört mit zu den ersten Hallenkrypten in Deutschland.
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    • 15 Der Altarraum
      In der Ostapsis erhebt sich über den neun Chorstufen der Altarraum
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    • 16 Der Kreuzgang und der Stiftshof
      Eine sehr alte Holztür führt in den Kreuzgang.
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    • 17 Eingangsbereich mit Portallöwen
      Rechts und links über dem Eingang befinden sich zwei steinerne Löwenreliefs.
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    • 18 Die große Glocke zu Sankt Cyriakus
      Zwischen den beiden Rundtürmen im Westen befindet sich die Glockenstube.
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    • 19 Reiseempfehlung

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    • Kinderführung Nr. 1 Taufstein
      Gleich am Eingang der Kirche findest Du den Taufstein.
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    • Kinderführung Nr. 2 Westkrypta
      Magst Du geheime Orte und verborgene Stellen?
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    • Kinderführung Nr. 3 Die Kanzel
      Hier predigt die Pfarrerin oder der Pastor und hilft den Zuhörern, die Bibel besser zu verstehen.
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    • Kinderführung Nr. 4 Das Grab von Gero
      Die Deckplatte dieses Grabes zeigt den Markgrafen Gero in einer Rüstung des 16. Jahrhunderts
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    • Kinderführung Nr. 5 Der Altar
      Wenn Du neun Stufen hochsteigst, stehst Du vor dem Sandsteinaltar aus dem 19. Jahrhundert.
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    • Kinderführung Nr. 6 Die Ostkrypta
      Unter dem Altar geht es durch eine niedrige Tür in den Keller - oder wie wir sagen : in die Ostkrypta.
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    • Kinderführung Nr. 7 Das Heilige Grab
      Im frühen Mittelalter baute man in vielen Kirchen ein Heiliges Grab ein.
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    • Kinderführung Nr. 8 Markgraf Gero
      Kennst Du das alte Ball-Spiel: "Kaiser, König, Edelmann, Bürger, Bauer, Bettelmann"?
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    • Kinderführung Nr. 9 Das Bild des Gero
      Das Bild von Gero war einmal woanders.
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Gebäude

Burgstraße 3
06507 Gernrode
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++49(0)39485-275
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Montag - Samstag: 09.00 - 17.00 Uhr
sonntags: 12.00 - 17.00 Uhr

November - März
täglich 15.00 - 16.00 Uhr


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