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Stift - Millstatt


Stille Zeugen eines frühen Kirchenbaus in Millstatt sind die in die heute bestehende  Klosteranlage eingemauerten Flechtwerksteine aus der Zeit um 800. Die Gründung und der Bau des Stifts am Nordufer des Millstätter Sees fallen ins späte 10. Jahrhundert. Aus dieser Zeit stammt auch der hochromanische Kreuzgang mit seinen deutlichen Spuren  romanischer Kunstfertigkeit. Auch die Stiftskirche hat dem Betrachter zahllose Details aus der Epoche der Romanik zu bieten. Während der österlichen Fastenzeit verdeckt ein spätgotisches Fastentuch (1593) den Blick des Betrachters auf den barocken Hochaltar der Stiftskirche. In der Domitiankapelle ruhen die sterblichen Überreste des legendären Millstätter Heiligen Domitian in einem Reliqienschrein, der 1643 gefertigt wurde. Die barocke künstlerische Ausgestaltung der ursprünglich romanischen Kapelle bezieht sich auf das Leben und Wirken des Heiligen.


  • loupe

    Geschichte

    • Stift - Millstatt
      Der Legende nach gründete Dux Domitianus um 800 die erste Kirche in Millstatt. Der sagenhafte Herzog soll sogar heidnische Götzenbilder im Millstätter See versenkt haben. Seine Reliquien erfuhren im späten 13. Jahrhundert kultische Verehrung.

      Die Abtei zu Millstatt wurde jedenfalls zwischen 1086 und 1088 vom bayrischen Pfalzgrafen Aribo II. und dessen Bruder Poto aus dem Geschlecht der Aribonen gegründet. Als erster Millstätter Abt fungierte ein ursprünglich aus Hirsau stammender Mönch namens Gaudentius. Er bekleidete sein Amt von 1091 bis 1105. Im 12. und 13. Jahrhundert erlebte die Schreib- und Malschule des Benediktinerklosters ein Blütezeit. Damals entstanden unter anderem die berühmte Millstätter Genesis- und Physiologus-Handschrift mit ihren 119 fein kolorierten Federzeichnungen. Mit dem Aussterben der Grafen von Ortenburg ging die Vogtei über Millstatt vorübergehend an die Grafen von Cilli, ehe sie von Kaiser Friedrich III. nach der Ermordung des letzten Cilliers 1456 übernommen wurde. 1469 kommt es zur Aufhebung des Benediktinerklosters – das Stift ging an den St. Georgs Ritterorden, der zur Bekämpfung der Türken gegründet worden war. Zwischen 1473 und 1483 sah sich Millstatt fünf Türkeneinfällen ausgesetzt, wobei 1478 die  Stiftskirche geplündert und in Brand gesteckt wurde. Im Laufe des 16. Jahrhunderts erlebte das Stift einen wehrhaften Ausbau und die Errichtung eines Hochmeisterschlosses. 1598 übergab Erzherzog Ferdinand Millstatt an den Jesuitenorden, der im Stift eine Residenz errichtete. Während der Zeit der Jesuiten erlebte Millstatt mehrfach Renovierungen – unter anderem wurde die Stiftskirche neu ausgestattet. Mit der Aufhebung des Ordens der Jesuiten  im Jahre 1773 wurde die Stiftskirche zur Pfarrkirche umgewandelt, was sie bis heute geblieben ist.
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    Architektur und Innenausstattung

    • Stift - Millstatt Architektur
       
      Bei der ehemaligen Stiftskirche Millstatt handelte es sich um eine dreischiffige, hochromanische, ursprünglich flach gedeckte Pfeilerbasilika des 11. Jahrhunderts. Die Außenmauern des Langhauses und sechs Arkadenpaare stammen vom Vorgängerbau, der vermutlich in karolingischer Zeit errichtet wurde.

      Abt Heinrich I. (1166 bis 1177) ließ anstelle der Westhalle einen repräsentativen, spätromanischen Vorbau mit Doppelturmanlage nach Salzburger Vorbild errichten. Bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts wurde der Chorbereich umgestaltet und Seitenchorkapellen an den bislang freistehenden Hauptchor angefügt. In diesem Zeitraum entstand auch eine, dem Kapitelsaal angebaute, Marienkapelle – die heutige Domitiankapelle. Die Erdgeschosshalle der Stiftskirche war ursprünglich in fünf Arkaden geöffnet, wobei die seitlichen Bögen und die schmalen rundbogigen Fensteröffnungen nach dem Brand von 1290 vermauert wurden. Als Folge des Feuers mussten die Mittelhalle neu gewölbt und die Türme wieder aufgestellt werden. Der hochromanische Kreuzgang des Stifts Millstatt stammt aus der Zeit um 1200. Die vier Flügel umschließen einen rechteckigen Hof mit einem Brunnen, dessen Kapitel aus der Zeit um 800 stammt. Hofseitig finden sich je vier (im Norden jedoch nur drei) durch Marmorsäulchen gekuppelte Bogenöffnungen. Die Kapitelle der Säulchen bestechen durch Formreichtum und Originalität. Um 1500 erlebte der Kreuzgang einige Umbauten – im Südflügel wurde etwa mit einem Springgewölbe ausgestattet. Neben der romanischen Basisarchitektur zeichnet sich der Kreuzgang in Millstatt mit feinen Ausstattungsdetails wie Flechtwerksteinen und Skulpturen aus. An der Nordostecke des Kreuzgangs führt das Kreuzgangsportal, die ehemalige Mönchspforte, zur Stiftskirche. Dieses Tor wurde um 1500 unter Einbeziehung hochromanischer Elemente verändert. Das Westportal der Stiftskirche blieb im Gegensatz dazu nahezu unberührt. Der Bau dieses reich gestalteten Stufenportals wurde um 1200 beendet.

      Ausstattung

      Ausgezeichneter hochromanischer Bauschmuck ist in der gesamten Anlage des Stifts Millstatt zu finden. Der Kreuzgang sticht neben seinem Gesamteindruck mit reich verzierten Kapitellen hervor. Das Kreuzgangportal ist mit einem Standbild des hl. Paulus sowie mit Ranken- und Traubenornamenten aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts geschmückt.

      Eine Darstellung des hl. Michael als Besieger des Drachen ist ebenso erhalten. Vor dem Portal stützen zwei freistehende Säulen das Gewölbe der Kreuzgangsecke. Über deren Kapitellen sind zwei mit Reliefs verzierte Sockelteile eingelassen, die vermutlich aus dem Mauerverband des romanischen Chores stammen. Sie stellen einen Löwen mit menschlicher Beutefigur, einen Greif, eine weibliche Figur, die einen Dämonen hält und einen Unhold, der von einer Frau am Schnurrbart gehalten wird, dar. Im Durchgang vom Kreuzgang zum Hof mit den Hochmeisterbauten sind zwei, um 800 gefertigte, Flechtwerksteine von den Chorschranken der ehemaligen Domitiankirche eingemauert. Besonders reich geschmückt ist das zwischen 1170 und 1200 entstandene Westportal der Stiftskirche. Die beiden äußersten Säulchen des Stufenportals werden von hockenden Gestalten getragen. Links ist die Darstellung eines schreibenden Teufels mit dem Sündenregister zu erkennen, während rechts eine Drache einen Kirchenbettler bedrängt. Das Tympanonrelief zeigt den segnenden Christus, einen vor ihm knienden Abt mit dem Modell der doppeltürmigen Kirche sowie Sonne, Mond und Sterne. Die um 1200 entstandene Millstätter Genesis- und Physiologushandschrift – sie wird heute im Landesarchiv Klagenfurt aufbewahrt – zählt zu den bedeutendsten Werken frühmittelhochdeutscher Literatur und ist zugleich das früheste Beispiel einer reich und fast durchgängig illustrierten deutschsprachigen Handschrift. Sowohl bei Genesis als auch bei Physiologus handelt es sich um Nachdichtungen antiker Vorlagen.

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    Führungen

    • Stiftsmuseum


      Kunsthistorische Führung mit Dr. Hans Pichler durch Stiftskirche und Kreuzgang:
      Juni - September, jeden Mittwoch um 10:30 Uhr, Treffpunkt bei der Linde vor dem Stiftsmuseum, Kosten: € 8,-

      Führung durch das Stiftsmuseum zum Thema "Die Geschichte von Millstatt":

      jeden Montag und Donnerstag, 14:00 Uhr, Kosten € 6,- (inkl. Museumseintritt)
      Gruppenführungen nach Voranmeldung.


Tourist Information:
Tourismusbüro Millstatt
Marktplatz 8
9872 Millstatt
Österreich / Austria
+43 4766 2023
E-Mail
Website


Highlight Klöster

Öffnungszeiten:

Stiftsmuseum

Mai - Juni:
täglich: 10.00 - 16.00 Uhr
Juli - August:
täglich: 10.00 - 18.00 Uhr
September - 12. Oktober:
täglich: 10.00 - 16.00 Uhr

Eintritt: Erwachsene 3,50 EUR; Kinder und Studenten 2,50 EUR
Ermäßigung für Gruppen und Inhaber der Millstättersee Inclusive Card (MIC)

Stiftskirche

ganzjährig:
täglich: 8.00 - 18.00 Uhr

Stift - Kreuzgang

ganzjähring
:
jederzeit frei zugänglich



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