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Serbien

 

Die mittelalterliche Kunst in Serbien ist einzigartig in ihrer Kombination von Elementen und Einflüssen westeuropäischer Kunst sowie der Byzantinischen Kunst im Osten. Diese Vielfalt hängt vor allem mit der Lage Serbiens zusammen. Eine Entscheidende Rolle in dem Zusammenhang spielte die Nemanja Dynastie. Sie bestimmte das politische Leben Serbiens im Mittelalter und hatte somit auch großen Einfluss auf die Kunst, welche sich insbesondere im frühen 12. und 13. Jahrhundert in Raska rasant entwickelt hat.

 

 

 

 

Kraljevo: Das Kloster von Zica

 

Das Kloster von Zica samt Kirche des Erlösers liegt im Herzen von Serbien zwischen Kraljevo und Mataruska Spa und wurde von den beiden Söhnen der Nemanjas Stefan und Sava in Auftrag gegeben. Der genaue Zeitpunkt ist jedoch unbekannt. Es wird angenommen, dass man im Jahre 1206 mit dem Bau begann und diesen höchstwahrscheinlich im Jahre 1220 fertigstellte. 1219 wurde Sava Nemanja zum ersten Erzbischof von Serbien ernannt und machte Zica zu seinem Hauptsitz. Zur selben Zeit wurde Stefan zum ersten König von Serbien gekrönt. Das Kloster von Zica wird auch Krönungskloster genannt, da hier die Krönungen von sieben Königen stattfanden. Die Architektur des Klosters geht auf die Stiftungen der Nemanjas zurück, zeichnet sich aber vor allem durch einen weitaus komplexeren Bauplan aus, der richtungsweisend für die spätere raskanische Architektur wurde. Besonders auffällig ist der robuste romanische Turm, welcher vor die innere Kirchenvorhalle gebaut wurde. Der romanische Einfluss spiegelt sich insbesondere in der Dekoration des Eingangsportals, der Fenster sowie der charakteristischen Friesen an den Säulengängen wieder. Spärliche Überreste von Skulpturen, die höchstwahrscheinlich von Kunsthandwerkern aus Kotor angefertigt wurden, deuten ebenfalls klar auf romanische Einflüsse hin.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kraljevo: Das Kloster von Studenica

 

Das Kloster befindet sich in der Nähe der Ibarska-Schlucht, nicht weit von der Siedlung Usce und ist umgeben von einer faszinierenden Hügel- und Waldlandschaft. Der Bau des Klosters steht sinnbildlich für den Höhepunkt der Macht Stefan Nemanja´s. Die wichtigste und bekannteste Kirche auf dem Klostergelände ist die Kirche unser lieben Frauen gewidmet an die heilige Mutter Gottes, in der sich auch die Krypta von Stefan Nemanja befindet. Sie wurde im Zeitraum 1183-1196/7 gebaut. In diesem Bauwerk wurden byzantinische und romanische Elemente vereint um ein Meisterwerk architektonischer Baukunst zu schaffen. Die Außerverkleidung ist vorwiegend im romanischen Stil angefertigt wurden, während die Gemälde und Malereien byzantinischen Charakter aufweisen. Die Eingänge der Kirche sind ebenso charakteristisch wie die reich dekorierten Fenster und insbesondere das Triforium über dem Altar. Die Sculpturornamente und die Form des Triforium sind wegweisend für nachfolgende Bauten und wurden zum Beispiel in der Kirche in Decani fast identisch nachgebaut.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Raska: Das Kloster von Gradac

Das Kloster von Gradac befindet sich auf einem erhöhten Plateau über dem Fluss Brvenica an den bewaldeten Hängen des Berges Golija. Das genaue Gründungsjahr des Klosters konnte nicht bestimmt werden; man ordnet es jedoch in das letzte Viertel des 13. Jahrhunderts ein. Es ist eine Stiftung Helen d´Anjou´s, die Frau von König Uros, welche dort auch im Jahre 1314 begraben wurde. Helen d´Anjou wurde in Frankreich geboren und dank ihrer Herkunft fanden viele romanische und generell, westeuropäische Element ihren Weg nach Serbien, die sich dort in der Architektur und Kunst wiederspiegeln. Im Herzen des Klosters befindet sich die Kirche unser lieben Frauen, ein Gebäude mit einem Mittelgang und einem Kuppelgewölbe. Die Struktur des Bauwerks unterscheidet sich von vorhergegangenen architektonischen Neigungen dahingehend, dass man hier schmalere und längere Gebäude bevorzugte und auf alte Vorlagen, wie zum Beispiel das Kloster von Studenica, zurückgriff. Durch das Zusammentreffen von romanischen und bizantinischen Elementen ist dieses Bauwerk in die Raska Schule einzuordnen, jedoch weist es durch die Einführung neuer dekorativer sowie konstruktiver Lösungen auch Charakteristika westlicher Kunst auf. Die architektonischen Plastiken beinhalten Eigenschaften ausgereifter, später romanischer Kunst, wie man sie auch in frühgotischen Monumenten findet. Dies spiegelt sich hauptsächlich in der Gestaltung der Pforten, der Verwendung von Marmor für Fensterrahmen und der Markisen an den Bogengängen der Kuppel wieder. Neben dem Kloster Studenica ist Gradac eine der prunkvoll dekoriertesten Kirchen des 13. Jahrhunderts in Serbien.

 

 

 

 

 

Novi Pazar: Das Kloster von Sacópani

 

 

Die Klosterkirche liegt nahe der Quelle des Flusses Raska, nicht weit von der antiken Stadt Ras, welche früher einmal die Hauptstadt von Serbien war. Dieses Kloster samt Kirche wurde der Dreieinigkeit gewidmet und der Bau wurde von König Uros in Auftrag gegeben.

Es wurde in der zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts gebaut und später zum Mausoleum der königlichen Familie. Von außen sieht die Kirche aus wie eine dreigängige Basilika und ähnelt somit den westlichen romanischen Kirchen. Alle Eingänge und Fenster, außer die der Kuppel, wurden im romanischen Stil gefertigt. Der westliche Teil der Kirche samt Turm wurde erst später hinzugefügt und trägt ebenfalls charakteristische romanische Merkmale. Die Kirche weist nicht sehr viele Verzierungen an den Außenwänden und Toren auf, jedoch ist das Innere des Bauwerks mit Fresken und einer der schönsten Malereien des 13. Jahrhunderts umso prachtvoller verziert. Auf Grund des außerordentlichen spirituellen, kulturellen und künstlerischen Wertes wurde das Gelände des Kloster sowie Teile der antiken Stadt Ras 1979 in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Novi Paza: Das Kloster von Djurdjevi Stupovi

 

Diese Klosterkirche befindet sich in der Nähe von Novi Pazar auf einer kegelartigen Erhöhung, was relativ untypisch für die mittelalterliche Baukunst in Serbien ist. Der Bau wurde höchst-wahrscheinlich im Jahre 1167 begonnen und, laut einer Inschrift auf dem westliche Portal, 1170/1 beendet. Der Auftrag kam ebenfalls von Stefan Nemanja, der diese Kirche St. George widmete, da dieser ihn aus dem Höhlenverließ befreite, in den seine Brüder ihn eingesperrt hatten. Besonders an diesem Bauwerk ist die Ausrichtung der Treppenstufen in Richtung des westlichen Eingangs, bedingt durch die Position der Kirche. Handwerksmeister aus den Küstengebieten brachten ihre Fähigkeiten auf dem Gebiet der romanischen Kunst und Architektur mit sich, die sich charakteristisch im Bau der beiden Kuppeln links und rechts der Kirchenvorhalle wiederspiegeln. Der Bauplan sowie die räumliche Aufteilung der Kirche, Eingänge und stilistische Verzierung sind stark durch den romanischen Stil geprägt. Das Kloster Djurdjevi Stupovi wurde ebenfalls in das UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen.

 

 

 

 

 

 

Novi Pazar: Die St. Peter- und Paulskirche

 

Die Kirche ist wahrscheinlich das berühmteste Erbe mittelalterlicher Architektur in Serbien. Sie wurde Ende des 10. bzw. 11. Jahrhunderts erbaut. Es war der Sitz des Bistums von Ras und der Legende nach wurde Stefan Nemanja in diese Kirchegetauft. Das architektonische Konzept ist unverwechselbar. Die innere Struktur basiert auf einer tetracontagonen Form mit einer in der Mitte befindlichen Kuppel, während die Außenseite die Form eines Rundbogens besitzt mit halbkreisähnlicher Apsis im Osten. Die Kirche wurde hauptsächlich aus Bruchstein gebaut. Die Fassaden sind glatt und die einzigen Verzierungen sind halbkreisähnliche Nischen an der achtseitigen Kuppel. Des Weiteren besitzt sie später hinzugefügte asymmetrische Vorkammern im westlichen und nördlichen Teil der Kirche.